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Zu Oberurff

Urkundlich wurde Oberurff zum ersten mal erwähnt in einen Richterspruch durch den 6 Joch und zwei areis gelegen in superiori Urphe dem Kloster Hardehausen zugesprochen wurde. Aus diesem Grund fand im Jahre 1985 eine 750-Jahrfeier statt.

In dem Vorwort zur Festschrift heiß es: Die Autoren ..."würden sich darüber freuen, wenn sich viele junge Oberurffer für die Erforschung der Geschichte ihrer Heimat engagieren würden."

Diese Hoffnung kann sich immer noch erfüllen.

In seinem Buch Von Adorf bis Zwesten, findet sich eine kurze geschichtliche Behandlung von Oberurff:

Am 15. Mai 1235 werden 6 Joch und zwei areis gelegen in superiori Urphe dem Kloster Hardehausen zugesprochen(WUB IV, Nr. 237).

1318 ist von Obirn Orphe die Rede(UA Kappel). Im Jahre 1417 verkaufte Graf Phillip von Waldeck das halbe Dorf und Gericht Oberurf an Phillip von Urff (Waldecker Archiv, Orte und Familien).

Vermutlich haben die v. Urff aber keinen Besitz in Oberurff gehabt, oder sie haben ihn alsbald wieder verloren. F. v. Gilsa führt ihn unter den v. Urffschen Besitzungen auch nicht auf (Die Burg Niederurff und Ihre Besitzer).


Blick auf Oberurff Schlossbergstrasse und Oberurff mit Kirche

Entgwicklung von Oberurff

Im 15. Jahrhundert wird loewensteinscher Besitz in Oberurff(die Molewiese oberhalb von Oberurff) genannt. (Schunder, Loewenstein II Nr. 514). Am 4. März 1528 nahmen die v. Loewenstein ...einige Güter wieder an sich und bestimmten sie zur Unterhaltung eines christlichen Predigers, der ihnen und ihren Untertanen das Wort Gottes predigen sollte. Bei den Gütern handelte es sich vor dem Löwenstein und um Ubirnurff und das Gut zu Oberurff, das Engelbert Scheffer bebaute, zusammen mit den Kirchengütern (hilgenn gutherum) zu Oberurff.

Sie hatten bisher zur Unterhaltung der Messe auf dem Löwenstein gedient (vgl. Löwenstein, Schunder , Loewenstein II, Nr. 593). Bei den Auseinandersetzungen mit den Grafen von Waldeck ging es 1530 auch um loewensteinsche Rechte an Oberurff( Schunder a.a.O., Nr. 597.602).

Nach dem Borkener Salbuch von 1578 war Oberurff ein adeliges Dorf der Ganerben Löwenstein im Amt Boken. 1560 lag das Dorf im Burgfrieden des Löwensteins. Die dort wohnenden Hintersassen der Löwensteiner waren noch 1616 zum Baudienst auf den Schloss verpflichtet. Johann von Löwenstein besaß hier ein freies Haus mit einem Backhaus und sieben Gärten, was alles sein Vater Gottfried(bis 1537) erbaut hatte. Auch die Mühle in Oberurff gehörte den Löwensteinern.

Sie wurde als Erblehen verliehen und 1839 für 66 Taler abgelöst. 1630 verkaufte Hermann Walrabe v. Löwenstein mit seinem Bruder Georg sein Erbgut in Oberurff mit seinem Anteil an den drei Wäldern sowie ihre Hintersassen mit dem bürgerlichen und peinlichen Gericht in Oberurff und Schiffelborn und die Jagd an an Reinhard Ludwig v. Dalwigk gegen die Zahlung von 12 000 Talern auf 12 Jahre. Nach dem Tod der beiden Brüder 1634 und 1638 traten die beiden hinterbliebenen Schwestern die Erbschaft nicht an.

1657 zedierte (lat. eine Forderung an einen dritten abtreten) Anna Margarete von Linsingen, Tochter einer der Schwestern, ihr Erbrecht an den löwensteinschen Gütern in Oberurff an ihren Vetter Adolf Ernst von Hanstein, an den Jost Phillip von Dalwigk 1677 die Güter verkaufte. Im 18. Jahrhundert befanden sich die löwensteinschen Allodialerben (Allod: mittelalterliches Recht: dem Lehensträger persönlich gehörender Grund und Boden), der Obereinnehmer von Gilsa und der Oberappelationsgerichtsrat von Motz als Hansteinsche Erben im Besitz des Dorfes.

Ihnen stand neben dem Landgrafen die Zivilgerichtsbarkeit zu, die Kriminalgerichtsbarkeit wurde von dem Landgrafen allein ausgeübt (Schunder, a.a.O.,I, S. 140 f).

Im Dreißigjährigen Krieg war das Dorf 1635 von den Kaiserlichen unter Bönnighausen eingeäschert worden.

1778 befanden sich nach Engelhards Erdbeschreibung sechs adelige Höfe und ein Blechhammer in Oberurff. Landau nennt 1842 (Beschreibung S. 248) die vier Höfe von Urff, v. Trott, v. Motz, v. Stückrad. Das Rittergut Oberurff kaufte Carl Reinhard Goddaeus von der Familie v. Breitenbach gen. Löwenstein und vermachte es seiner Schwester Maria Amalie v. Motz. Die Familie v. Motz in Oberurff starb aus und das Gut kam als Heiratsgut in die Familie v. Wintzigerode. Frau v. Wintzigerode geb. v. Berlepsch verkaufte es an den Prinzen von Philipp v. Hanau. Dieser, ein Sohn des letzten Kurfürsten von Hessen, erbaute Ende de 19. Jahrhunderts ein Schloss, das 1952 mit seinem herrlichen Parkgelände an das Jugenddorf Christophorusschule verkauft wurde. Der ehemalige Besitz v. Trott später Schücking’scher Hof war ursprünglich eine regelmäßige viereckige Wasserburg ..... . Das Herrenhaus stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Herrenhaus (v. Buttlar) ist in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet worden. Die Wirtschaftsbauten stammen größtenteils aus dem 18 Jahrhundert. ... Das Herrenhaus auf den Buttlarschen Hof ist ein gestreckter Fachwerkbau, um 1800 (Dehio 657).


Blick auf Oberurff Schlossbergstrasse und Oberurff mit Kirche

Kirche

Die evangelische Kirche ist ein anspruchsloser Saalbau aus den Jahren 1767/70. Bei dem Tauergeläut beim Tod von Kaiser Wilhelm I. im Jahre 1888 sprang eine der Glocken. Sie wurde erst 1904 durch eine neue ersetzt.




Eisenhammer

Am Ortberg auf dem die Burg Löwenstein stand war man auf Eisenerz gestoßen. Im Jahre 1533 verglichen sich die v. Löwenstein mit dem Landgrafen von Hessen dahin, dass sie das dort eingerichtete Bergwerk nach Gold, Silber und anderen Metallen betreiben durften. Der Landgraf verkaufte ihnen ein Viertel des Bergzehnten, des Vorkaufrechts uns der Leihe des Bergwerks für 12 000 Gulden, während er selbst drei viertel behielt. Es dürfte sich um eine Fehlspekulation gehandelt haben. Ein Überbleibsel ist wohl der Eisenhammer bei Oberurff. ... Ursprünglich soll es ein Blechhammer gewesen sein. Der Hammer wurde aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt. (Das Forsthaus Hammer erhielt seinen Namen von diesem Eisen- oder Blechhammer.)


Grenzstein zwischen Waldeck und Hessen Genzstein Waldeck und Hessen

Einwohner

Im Jahre 1585 wurden in Oberurff 33 Haushalte gezählt, 1747 45 Haushalte. 1835: Oberurff mit der Wiesenmühle und dem Eisenhammer 69 Häuser (wobei drei denen v. Motz, v. Stückrad, v. Trott gehörige Höfe); 525 ev. Und 17 jüd. Einwohner.

(Auszug aus Werner Ide, Von Adorf bis Zwesten, Melsungen 1972 (S.366 – 368)




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